Die Schatztruhe
Meine Vergangenheit ist wie eine Schatztruhe. Lange lag sie verborgen. Verschlossen und vergraben, Schlüssel weggeworfen.
Kürzlich habe ich den Schlüssel gefunden. Und dann hat die Schatztruhe mich wiedergefunden. Obwohl ich mittlerweile weit verzogen war.
Seither schaue ich ab und an hinein. Der Schlüssel ist verrostet. Das Schloss hakt. Manches Mal habe ich Mühe, es aufzuschließen. Dann lass ich es. Manchmal kommt jemand und öffnet es mit Gewalt. Das tut weh. Aber sonst bliebe die Truhe wohl wieder verschlossen.
In der Truhe liegen viele Schätze. Es ist wahrlich eine Schatztruhe. Es sind allerdings auch merkwürdige Sachen drin. Es ist sicher Ansichtssache, was davon Schatz und was davon Schund ist. Ich mag die Steine. Die normalen. Die Edelsteine sind allerdings auch toll. Die wage ich aber nur selten anzuschauen. Das Gold, das übersehe ich meist. Ist zu verschmutzt. Das kann ich nicht vom Schrott unterscheiden. Wobei Schrott auch hilfreich sein kann. Und dann liegen da auch noch alte Knochen, Totenschädel und so ein Zeug. Gruselig. Wobei – Archäologen wären sicher entzückt. Vielleicht sollte ich mit mehr Forschergeist draufschauen …
